Conviviumsbrief 04 / 2020

Liebe Mitglieder, Unterstützer, Freundinnen und Freunde von Slow Food München,

heute Mittag haben in vielen deutschen Städten unter dem Motto leere Stühle hunderte Gastronomen auf die extrem schwierige Lage ihrer Betriebe und Mitarbeitenden hingewiesen.

Konkret fordern sie einen gemeinsamen Dialog und Fahrplan mit Politik und Behörden, wie sie ihre Betriebe wieder öffnen können.

Wir erinnern uns: föderaler Flickenteppich,  Autohäuser offen, die Kirchen aber noch geschlossen, Hauptsache Gartencenter und Baumarkt, willkürliche Kriterienfestlegung im Einzelhandel; Haareschneiden ab 4. Mai. Erntehelfer-Einflugaktion ohne jegliche Abstangswahrung, mit Gedränge und im Stockbett im Wohncontainer. Bundesliga nicht vergessen.

Wie sagen wir bei Slow Food? Essen ist politisch. Faktische Entmachtung der Parlamente, Einschränkung von Grundrechten bis Virologen etwas anderes sagen, Telefonschaltkonferenzen-Entscheidungen von Kanzlerin & Kanzleramtaspiranten-Ministerpräsidenten und solchen ohne Ambitionen.

Helfen können wir alle, in dem wir die Betriebe unterstützen und bei denen Einkaufen und Essen (bestellen), die in unserem Sinne wirtschaften.

Unterstützen wir die Unterstützer! Bieten wir unsere Kaufkraft, aber auch unseren Kopf, Bauch und Hände.

Will sagen: Alle, die keine oder nur geringe finanzielle oder gesundheitliche Einschränkungen durch die Corona-Krise erleben, bieten ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten pro bono an. Beratung, Rechtsberatung, Netzwerkarbeit. Oder einfach mal fragen, wie es geht und zuhören. Wir erleben wunderbare Beispiele, wie Spenden für's Slow Mobil, damit Kochvideos gedreht werden können, damit Kinder, wenn schon nicht in der Bauwagenküche, dann wenigstens auf YouTube tolle Rezepte kochen.

Oder auch das Schaffen von Sichtbarkeit und Problembewußtsein! Mandatsträger, Angeordnete, Verwaltungsmenschen, Politikerinnen direkt anschreiben oder bei kreativen Aktionen nicht auskommen lassen. Von Manuel Reheis vom Broeding werden wir die Tage in der Presse lesen können.

 

24 Stunden auf allen Kanälen, bis das Smartphone kocht und das Hirn streikt. Mal andersrum?

Corona Fake News I: Alle Menschen sind gleich!
Faktencheck: Wenn ein rumänischer Erntehelfer, der unseren Spargel und pralle Erdbeeren aus Baden schön billig halten soll, verstirbt, so stirbt er an einem Herzinfarkt. Mit Corona, nicht an Corona - so verkündet es die Bundeslandwirtschaftsministerin in einer Talkshow. Deutsche sterben jedoch an Corona! 

 

Corona Fake News II: Wir sind Spitze oder sind "im europäischen Vergleich" zumindest gut aufgestellt!
Faktencheck: Niemand redet das deutsche Gesundheitssystem schlecht, wobei alle die damit zu tun haben gesammelte Werke über seine Unzulänglichkeiten und Ineffizienzen publizieren könnten. Doch anstatt die Probleme anzugehen, wird  - welchen Minderwertigkeitskomplex müssen wir denn noch bedienen - ständig schön geredet. Und so wie wir keinen Hauptstadtflughafen eröffnen können, können wir weder Schutzausrüstungen, noch Testmaterial, noch Medizinprodukte in ausreichender Zahl und Qualität selbst herstellen oder beziehen. Da eilen ein Mnisterpräsident, ein Bundes-Maut-Verkehrsminister und ein Lufthansa-Chef zum Empfang einer Luftfrachtmaschine voll mit Schutzmasken! Und Mutti gibt nachher Tipps zur Desinfektion in der Mikrowelle, weil die Masken nicht reichen. (NEIN, bitte NICHT nachmachen, bestenfalls bei 80 Grad im Backofen "regenerieren". Die Temperatureinstellung kennen wir vom Garen bei Niedrigtemperatur.)

 

Corona Fake News III: Die 10 reichsten Deutschen haben sich zusammengetan und erklärt, jeweils den Teil ihres Vermögens der über 500 Mio. Euro hinausgeht, der Überwindung der Corona-Pandemie zu stiften.
Und hier geht es FAKE weiter: Von dem Geld wird unter anderem eine Stiftung gegründet, die innerhalb von drei Monaten einen gigantischen Business-Park plant, baut und eröffnet. Dort werden alle wichtigen Medizinprodukte inklusive ihrer Grundstoffe und Vorstufen, hergestellt und bevorratet: Atemmasken, Schutzkleidung, Hygieneartikel, Medikamente, Impfstoffe, Beatmungsgeräte, modulare Intensivstationen.

Aber auch Endgeräte und Software für eine Digitalisierung der Verwaltung, der Schulen, des Bildungs- und Gesundheitswesen. Dabei werden ca. 500.000 neue Arbeitsplätze entstehen. An vier Standorten im Raum Ludwigsburg, Leverkusen, Brandenburg,  sowie der Lausitz soll die NEW GREEN SOCIAL & DEGLOBAL-Initiative umgesetzt werden. Ohne einen Cent Steuergeld, wie ein Discounter-Clan-Erbe betont.

Bürgerinitiativen und Naturschutzorganisationen formieren sich bereits zum Widerstand: es wurden seltene Feldhamster, Heuschrecken und vom Aussterben bedrohte Kräuter gefunden. Anwohner fürchten außerdem eine Zunahme des Lieferverkehrs. (ENDE Fake News)

 

Corona Fake News IV: Wir sind Europa!
Nach monatelangem Streit verabschiedeten die europäischen Staats- und Regierungschefs, das EU-Parlament und die EU-Kommission mit überwältigener Mehrheit das sog. NEU-Programm: NEW EU. Ziel ist eine ökologisch-soziale Agrar- und Industriepolitik, der Umbau der EU-Institutionen, ein neues Initiatitivrecht des Parlaments und zukünftige Mehrheitsentscheidungen. Außerdem wird ein Automatismus eingeführt, der Mitgliedsstaaten bei Verstoß gegen gemeinsame demokratische und europäische Werte Zahlungen entzieht.

Diese wichtige Regelung konnte eingeführt werden, da in Polen und Ungarn nach Regierungswechseln in beiden Ländern wieder proeuropäische Parteien an die Regierung gekommen sind. Sog. Corona- oder Eurobonds sollen als neuer Marshall-Plan dienen, die Weltwirtschaft vor der nächsten Pandemie-202X zu stabilisieren. (ENDE Fake News)

Selbst kochen, selbst tun.

Und wir wiederholen das Zitat von Bettine vom Arnim (1785 - 1859)

Selbst denken ist der höchste Mut!

Euer Slow Food München Conviviumteam

Slow Food München

ein Convivium von Slow Food Deutschland e.V., Geschäftsstelle: Luisenstr. 45, 10117 Berlin.

SHARE TWEET FORWARD
MailerLite