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Pressemitteilung zur Vorstellung der Publikation „Energie & Cradle to Cradle“ am 19. Mai 2026 in Berlin
Sehr geehrte Medienvertreter*innen
Unser Energiesystem kann günstiger, resilienter und unabhängiger werden, wenn es konsequent kreislauffähig gedacht wird. Das ist die zentrale Botschaft des Reports Energie & Cradle to Cradle: Zirkuläre Energiesysteme mit positivem Beitrag für Strom, Wärme und Verkehr, den Cradle to Cradle NGO und die E.ON Foundation gestern Abend im C2C LAB in Berlin vorgestellt und an Vertreter*innen aus der Politik übergeben haben.
Drei Sektoren, acht Handlungsempfehlungen, zwei systemische Hebel
In drei Roundtable zu den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr haben rund 60 Fachleute aus mehr als 50 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und Verbänden diskutiert, was ein kreislauffähiges Energiesystem in der Praxis bedeutet. Der Befund: Kreislauffähige Energielösungen scheitern heute nicht am fehlenden technischen Wissen. Sie scheitern an Rahmenbedingungen, die ihre wirtschaftlichen Vorteile nicht sichtbar machen und an Planungssystemen, die Lebenszykluskosten und Materialwerte systematisch ausblenden.
Eine aktuelle Studie von Boston Consulting Group und dem Bundesverband der Deutschen Industrie bestätigt unabhängig: Konsequent zirkuläres Handeln könnte die Kosten der Energiewende bis 2045 um 38 Milliarden Euro senken. Noch ist dieses Potenzial weitgehend ungenutzt, zeigen die Ergebnisse des Projekts. Wer heute Windkraftanlagen baut, deren Rotorblätter nicht recycelbar sind, Batterien ohne Rücknahmelogik in Verkehr bringt und Wärmenetze plant, bei denen niemand weiß, was am Nutzungsende mit den Leitungen passiert, der verlängert Abhängigkeiten statt sie zu lösen, so der Report.
Der Report formuliert acht Handlungsempfehlungen für Politik, Kommunen und Unternehmen, die das wirtschaftliche und ökologische Potenzial einer zirkulären Weiterentwicklung des Energiesektors heben können. Zwei Hebel haben sich in den Diskussionen als besonders wirkungsstark herauskristallisiert: eine standardisierte Batteriezelle, die Speicherung und Kreislaufführung über Sektorgrenzen hinweg wirtschaftlich macht, und die Erweiterung der Systementwicklungsstrategie der Bundesregierung um Materialkreisläufe und Rohstoffresilienz als übergeordneter Planungsrahmen, der alle drei Sektoren gemeinsam auf Zirkularität ausrichtet.
Stimmen aus dem Projekt
„Die gute Nachricht ist: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Die Lösungen existieren – von kreislauffähigen Solarmodulen bis zur standardisierten Batteriezelle im Tauschmodell. Nun geht es darum, diese Innovationen zu fördern, statt sie zu bremsen. Die Energiewende ist eine der größten Investitionswellen unserer Zeit. Ob daraus Rohstofflager oder Entsorgungsprobleme werden, entscheidet sich heute im Design, im Fördersystem und im Ordnungsrecht. Wir haben dafür konkrete, umsetzbare Vorschläge erarbeitet, gemeinsam mit Menschen, die diese Systeme täglich gestalten. Jetzt ist der Moment für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, gemeinsam vom Planen ins Handeln zu kommen. Lassen Sie uns diese Hebel konsequent umsetzen. Die Werkzeuge sind da – nutzen wir sie."
Nora Sophie Griefahn und Tim Janßen, geschäftsführende Vorstände, Cradle to Cradle NGO
„Am Ende entscheidet sich die Energiewende daran, ob sie für die Menschen funktioniert – nicht auf dem Papier, sondern im Alltag. Genau deshalb schauen wir als E.ON Foundation auf Kreisläufe: weil sie helfen, unabhängiger zu werden und Kosten im Griff zu behalten. Und genau das ist entscheidend für die Akzeptanz der Energiewende. Unser Report gibt die richtigen Impulse, welche Hebel wir dafür jetzt in Bewegung setzen müssen."
Dr. Stephan Muschick, Geschäftsführer, E.ON Foundation
Den digitalen Report sowie Pressefotos und eine Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie unter den folgenden Links:
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