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Letzte Woche wurden die bisher wahrscheinlich bedeutendsten Quellen zur Reichtumsfrage aktualisiert. Das Manager Magazin hat die 25. Reichenliste veröffentlicht und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Entwurf zum 7. Armuts- und Reichtumsbericht vorgestellt. Die Wissenslücke zu den großen Vermögen ist dadurch aber nicht kleiner geworden.
Laut Manager Magazin ist die Zahl der Milliardäre von 249 auf 256 gestiegen, das Vermögen der Top 100 nur minimal von 756,8 auf 758,1 Milliarden Euro gestiegen. Größte Gewinner waren die Eigentümer der Rüstungsfirma KNDS, größter Verlierer die Familie Merck (Pharma), reichster Neueinsteiger Familie Schwarz-Simon (2,2 Milliarden Euro). Anders als z.B. in der Corona- oder Energiekrise wirkt sich die Wirtschaftsflaute also demnach auf das Wachstum der Milliardärsvermögen. Demgegenüber gab es 2025 wieder ordentliche Zuwächse an den Börsen und große Dividendenausschüttungen. Wie stark die deutschen Milliardäre davon profitiert haben, erfasst das Manager Magazin weiterhin nicht – auch weil die Daten zu den Ausschüttungen dazu weitgehend nicht öffentlich zugänglich sind. Tatsächlich sind die Milliardenvermögen deshalb noch deutlich größer als in der Reichenliste ausgewiesen – und sie dürften auch im Jahr 2025 erneut deutlich gewachsen sein.
Der Armuts– und Reichtumsbericht (ARB) enthält die üblichen Verteilungsmaße (der GINI-Index der Vermögensverteilung ist leicht gesunken), aber nach wie vor keine hilfreichen Information über Umfang, Entwicklung, Entstehung und Verwendung der sehr großen Vermögen. Menschen mit niedrigem Einkommen waren stärker von der Inflation betroffen und eine Eigentumswohnung ist mit dem Medianeinkommen weiterhin unbezahlbar, die gemessene Ungleichheit hat sich aber kaum verändert. Das ist wenig überraschend: Laut Bundesbank besitzen die ärmeren 90 Prozent der Bevölkerung insgesamt knapp 7 Billionen Euro (ca. 40 Prozent) Vermögen, darunter Immobilien im Wert von etwa 5,5 Billionen Euro und Spareinlagen von knapp 1,5 Billionen Euro. Der Rest des Vermögens, insbesondere fast alle Unternehmensanteile und die vermieteten Immobilien, gehört den reichsten 10 Prozent. Viel ungleicher kann es also nach den gängigen Ungleichheitsmaßen und mit den Daten, die das Vermögen der reichsten 0,1 Prozent nicht ordentlich erfassen, nicht werden.
Eine Studie des DIW Berlin für den ARB versucht die Faktoren des Vermögensaufbaus anhand der Befragungsdaten aus dem SOEP bis 2019 nachzuvollziehen und kommt aus dem gleichen Grund zu wenig überraschenden Erkenntnissen: Wer arm geboren wird, hat kaum Chancen aufzusteigen oder gar reich zu werden und Vermögenswachstum für “normale” Menschen bedeutet vor allem eine Immobilie in guter Lage zu besitzen – vorausgesetzt man kann es sich leisten – oder zu erben.
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