Gedanken zur Wochenmitte

Allegra!

Liebe Leserin, lieber Leser

Eigentlich rechnete ich mit einem Wochenende allein mit meinen Hunden, mit etwas Lesen, mit Ausschlafen. Dann sprach mich auf dem Spaziergang ein deutsches Ehepaar an. 

Wir kamen ins Plaudern, tauschten uns später bei einem gemeinsamen Brunch über Wanderungen, Geschichte und Bücher aus.

Aus dem einsamen Wochenende wurde nichts. Und ich startete bereichert in die neue Woche.

Das gibt mir Gelegenheit, zur Wochenmitte Gedanken zur Einsamkeit zu machen.

Freundliche Grüsse

Ihre Dorothe Kienast

Leben ist Begegnung

«Ich und Du» ist eines der bekanntesten Werke des Philosophen Martin Buber (1878–1965). «Der Mensch wird am Du zum Ich» das wohl am weitest verbreitete Zitat daraus.

Regelmässig lese ich Posts einer Familientrauerbegleiterin aus Deutschland. Mir fällt auf, dass sie davon berichtet, dass sie und ihr Team immer häufiger gerufen wird. Man kann über «professionelle» Hilfe denken, was man will (ich bin froh, dass es sie in so vielen Bereichen gibt), dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass die wichtigsten Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter die Menschen im persönlichen Umfeld sind.

Der akute Mangel an Psychologen, Psychologinnen sowie an Plätzen in psychiatrischen Einrichtungen zeigt deutlich auf, dass die Selbsthilfe im Freundeskreis wichtig ist, um über Krisen hinwegzukommen.

Die Zahlen über Einsamkeit erreichen bedrohliche Höchststände. Untersuchungen zufolge fühlen sich rund ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer einsam. Einsamkeit ist längst nicht mehr ein Problem der älteren Menschen, sondern insbesondere das von jungen Erwachsenen. 

Die Stiftung Pro Mente Sana hat ein Dossier zum Thema geführt: https://promentesana.ch/ueber-uns/aktuelles/news/news-dossier-einsamkeit. Es bietet eine Fülle von Hinweisen, Lese- und Filmstoff und jede Menge Tipps.

Was nehme ich daraus für mich heute mit?

  • Ich grüsse auf der Strasse – auch mal Menschen, die ich nicht kenne.
  • Ich nehme bewusst Kontakt auch auf mit den pöbelnden Jugendlichen in der Parkanlage in meiner Nachbarschaft.
  • Ich nehme mir vor, im Zug nicht mehr ins Handy zu schauen.
  • Ich rufe heute bei der älteren Tante an, von der ich schon länger nichts mehr gehört habe.
  • ...

Was machen Sie heute gegen die Einsamkeit? Gegen ihre und die in unserer Gesellschaft?

Und: Es gibt Situationen, die man mit Aussenstehenden besprechen möchte. Dafür bin ich natürlich auch weiterhin gerne für Sie da.

 

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