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Plötzlich kommt Bewegung in die Debatte um die Erbschaftsteuer – und es zeigen sich erste Risse im konservativen Lager. Dennis Radtke von der CDU hat sich unserer Forderung angeschlossen, Schlupflöcher bei der Erbschaftsteuer zu schließen. Markus Söder dagegen will Bayern zur Steueroase machen und die Erbschaftsteuer für Bayern halbieren. Parteichef Merz widerspricht und sieht andere Prioritäten. Auch der Lobbyverband Die Familienunternehmer befürchtet bei der bayerischen Extrawurst unnötigen Bürokratieaufwand, schlägt aber gleichzeitig vor Unternehmenserben in Ostdeutschland von der Steuer zu befreien, obwohl ihr Anteil am Erbvermögen so gering ist, dass sie ohnehin kaum Erbschaftsteuern zahlen.
Passend dazu sind die neuen Daten des Statistischen Bundesamts zu Erbschaftsteuer erschienen. Unsere Auswertung zeigt: Superreiche Unternehmenserben zahlten auch 2024 kaum Erbschaftsteuer. 45 Großerben erhielten im vergangenen Jahr zusammen etwa 12 Milliarden Euro – ihr effektiver Steuersatz lag aber bei nur bei rund 1,5 Prozent. Der Staat verzichtete zu ihren Gunsten auf 3,4 Milliarden Euro.
Grund ist die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung, die seit 2016 milliardenschwere Steuererlasse für große Unternehmensvermögen erlaubt. Insgesamt summierten sich die Steuervergünstigungen für Unternehmensvermögen 2024 auf rund 7 Milliarden Euro – die größte Steuersubvention im Bundeshaushalt. Seit 2009 hat die Allgemeinheit dadurch bereits etwa 90 Milliarden Euro verloren. Gerade in Zeiten, in denen der Haushalt auf dem Prüfstand steht, sollten diese teuren und ungerechten Subventionen für Unternehmenserben endlich gestrichen werden.
Unsere ausführliche Analyse gibt es hier und unsere Einschätzung bei Spiegel Online hier.
Gerade zur richtigen Zeit haben wir unsere Petition gestartet: Machen wir die Erbschaftsteuer wieder zur Ehrensache! Unterstützen Sie unseren gemeinsamen Aufruf mit Finanzwende und der Vermögendeninitiative taxmenow – keine Ausnahmen für Milliardäre!
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